Leiten Sie ein Förderprojekt für Geflüchtete an einer Schweizer Hochschule oder planen, ein solches aufzubauen?
Das Projekt Perspektiven – Studium pflegt mit verschiedensten Förderprojekten an Hochschulen einen engen Austausch und verfügt über eine breite Expertise zum Aufbau sowie der Weiterentwicklung von Angeboten.
Gerne stehen wir Ihnen beratend zur Seite: Kontaktieren Sie uns per Mail oder telefonisch (031 382 11 71)
Zu verschiedenen Themen haben wir Informationen zusammengestellt:
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Argumentarium für Hochschulprojekte für Geflüchtete
Nach wie vor müssen Hochschulförderprojekte intern wie extern Überzeugungsarbeit leisten. Als Grundlage dazu hat Perspektiven – Studium an zwei Vernetzungstreffen der Schweizer Hochschulprojekte die Argumente in Brainstormings zusammengetragen und in einem Argumentarium ausformuliert.
Dieses Argumentarium zeigt auf, warum Förderprojekte für geflüchtete Personen an Hochschulen notwendig und wirkungsvoll sind. Es beleuchtet sowohl den Nutzen für die Hochschulen als auch den gesellschaftlichen Beitrag dieser Programme.
Hochschulintern tragen die Projekte zur Umsetzung von Chancengleichheits- und Diversity-Strategien bei und fördern Exzellenz in Forschung und Lehre.
Hochschulextern schliessen sie eine Lücke in der Integrationslandschaft, ermöglichen hochqualifizierten Geflüchteten den Zugang zur tertiären Bildung und stärken soziale wie berufliche Teilhabe. Damit leisten die Hochschulen einen nachhaltigen Beitrag zu gesellschaftlicher Integration, Bildungsgerechtigkeit und ökonomischer Stabilität.
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Förderangebote für Geflüchtete an einer Hochschule aufbauen und weiterentwickeln
Basierend auf den Erfahrungen etablierter Hochschulprojekte für studentische Geflüchtete in der Schweiz hat Perspektiven – Studium ein Factsheet zum Aufbau und der Weiterentwicklung von Förderprojekten erstellt. Es gibt praktische Tipps zu hochschulinternen Abläufen, zur Zusammenarbeit mit externen Akteur*innen sowie zur Finanzierung. Zudem stellt es verschiedene Modelle von Förderangeboten mit ihren Vor- und Nachteilen vor. Ein Fragekatalog regt anschliessend zur Reflexion und Weiterentwicklung bestehender Angebote an.
Das Factsheet baut auf der Vorgängerversion von 2021 auf, welche im Rahmen der Community of Practice mit Fachleuten aus Hochschulen, Bildung, Integration und Beratung erarbeitet wurde.
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Demografische Angaben zu Teilnehmenden an Hochschulprojekten 2024/25
Bisher liegen nur begrenzte statistische Daten zu hochqualifizierten Geflüchteten sowie zu Geflüchteten im Studium vor. Perspektiven – Studium erhebt daher jährlich schweizweit anonymisierte Teilnehmendendaten bei den Hochschulförderprojekten. Eine systematische Datenerfassung ist bislang jedoch nicht in allen Projekten möglich. Die Auswertung der verfügbaren Daten aus 18 Projekten zeigt, dass im akademischen Jahr 2024/25 insgesamt 646 Personen an den Programmen teilgenommen haben.
Für 189 dieser Teilnehmehmenden liegen vertiefte soziodemografische Informationen vor:
- 63% der erfassten Personen waren weiblich.
- 41,3% verfügten über einen Asylstatus B, gefolgt von 34,4% mit Schutzstatus S.
- Die beiden häufigsten Herkunftsländer waren die Ukraine (74 Personen) und die Türkei (62 Personen).
- 63% der Teilnehmenden waren älter als 31 Jahre.
- 57% verfügten mindestens über einen Bachelorabschluss.
Aus acht Projekten liegen Auswertungen zum Verlauf der Teilnahmen vor. Die Ergebnisse zeigen:
- Rund 77% der Teilnehmenden haben das jeweilige Angebot erfolgreich abgeschlossen.
- Rund 82% der erfolgreichen Absolvent*innen haben eine geeignete Anschlusslösung gefunden (Studium, andere Ausbildung oder Stellenantritt).
Die detaillierte Übersicht finden Sie hier.
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Mindeststandards für Förderprojekte für Geflüchtete an Schweizer Hochschulen
Schweizweit gibt es mehr als 30 Förderprojekte für Geflüchtete an Hochschulen. Sie alle bereiten Geflüchtete auf die Aufnahme eines Studiums vor, sind aber sehr unterschiedlich aufgebaut. Einige sind als Schnupperprogramme oder Anlaufstelle, andere als Brückenangebote konzipiert. Auch unterscheiden sie sich stark im Ausmass ihrer Unterstützungsangebote sowie im Grad ihrer Vernetzung und der Zusammenarbeit mit anderen Förderprojekten sowie mit relevanten kantonalen Behörden und NGOs aus dem Asyl- und Integrationsbereich. Daher hat Perspektiven – Studium zur Kategorisierung von Förderprojekten Mindeststandards als Qualitätskriterien definiert. Das Ziel von Perspektiven – Studium ist es, dass alle Förderangebote an Hochschulen diese Mindeststandards schrittweise einführen.
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Empfehlungen für Unterstützungsmassnahmen während dem regulären Studium
Haben studieninteressierte Geflüchtete die Zulassung zu einer Hochschule erreicht, ist eine erste Hürde gemeistert. Aber auch während dem regulären Studium sind sie mit Herausforderungen konfrontiert, die spezifische Unterstützungsmassnahmen erfordern, um die Chancengleichheit im Studium zu fördern und die Erfolgschancen zu erhöhen.
In zwei Diskussionsgruppen haben wir mit Geflüchteten im regulären Studium über ihre Herausforderungen im Studienalltag diskutiert und mögliche Unterstützungsmassnahmen identifiziert. Dabei hat sich gezeigt, dass sich die grössten Herausforderungen in folgenden Bereichen befinden:
- Orientierung im Studienalltag
- Finanzierung des Studiums
- Leistungsnachweis
- Soziale Integration
- Stellensuche nach dem Studium
Diese fünf Herausforderungen haben wir in folgendem Empfehlungskatalog detailliert beschrieben und mögliche Unterstützungsmassnahmen erörtert.
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Anerkennung von Diplomen und Hochschulzulassung
Hochschulen entscheiden autonom über eine Zulassung zum Studium und beziehen sich dabei meist auf Empfehlungen von swissuniversities. In einem Fact Sheet erläutert Perspektiven – Studium Zugangshürden und stellt Best Practices vor, die an verschiedenen Hochschulen Anwendung finden, um qualifizierten Personen dennoch ein Studium zu ermöglichen.
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Einzelfallfinanzierung für Geflüchtete im Brückenangebot und während dem Studium
Förderprojekte für Geflüchtete an Hochschulen sind vermehrt mit der Frage zur Finanzierung des Studiums von Geflüchteten konfrontiert. Dabei geht es einerseits um die Kostenübernahme von Teilnahme- resp. Semestergebühren, und andererseits um die weiteren studienrelevanten Kosten bis hin zu den Lebensunterhaltskosten während dem Studium. Perspektiven – Studium hat dazu diesen Leitfaden erstellt. Dieser soll eine Orientierungshilfe bieten und aufzeigen, welche Finanzierungsmöglichkeiten für Personen mit Fluchthintergrund grundsätzlich bestehen, und wie diese ausgehandelt werden können.
Leitfaden Einzelfallfinanzierung
Im Leitfaden finden sich Angaben zu kantonalen Stipendien. Einige Städte und Gemeinden vergeben ebenfalls Stipendien. Mehr Informationen dazu sind auf dieser Übersicht aufgeführt.
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Übersicht über kantonale und kommunale Stipendienzugänge
Geflüchtete mit Ausweis B und F-anerkannter Flüchtling ohne Asylgewährung haben in der Regel Anrecht auf ein kantonales Stipendium. Bei Personen, die einen Ausweis S haben oder einen Ausweis F-vorläufig aufgenommener Ausländer unterscheidet sich das Anrecht von Kanton zu Kanton. Weiter unterscheiden sich die Kantone stark bezüglich Alterslimite, Unterstützungsbetrag oder Umgang mit bestehenden Ausbildungen.
Ein Factsheet sowie eine kantonale Übersicht zeigt die Unterschiede auf. Einige Städte und Gemeinden vergeben ebenfalls Stipendien. Sie sind auf dieser Übersicht mit weiterführenden Links und Kriterien aufgeführt.
Für vertiefte Informationen zeigt die Zusammenstellung des VSS Good Practices im Bereich kantonaler Stipendien aus verschiedenen Kantonen auf.